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Die Welt steht am Abgrund - Friedensgebete sind nötiger denn je

Superintendent Dietrich Denker zum Krieg in der Ukraine und dem Beginn der Passionszeit

Das Unfassbare geschieht: in Europa führt ein Land einen Angriffskrieg gegen einen souveränen Nachbarstaat. Der Wille Putins öffnet die Pforten der Hölle. „Das, was jetzt geschieht – der Bruderhass, das Blutvergießen, empfinden wir eindeutig als ein Werk des Teufels. Die Welt ist so nah am Abgrund, wie noch nie! Gott möge uns allen helfen!“ schreibt Erzpriester Aleksejs Ribakovs von der Russisch-Orthodoxen Hl. Antonius Gemeinde zu Mönchengladbach

 Putin überschreitet Grenzen, territoriale und moralische: Er hat die Wahrheit eigenen Interessen geopfert. Frauen und Kinder vertrieben, zivile Ziele beschossen und Menschen getötet oder töten lassen. Er schickt junge Männer in einen Bruderkrieg. Er bringt Tod und Elend in ein Land. Und eine Zeitenwende in der Politik.

Putins Wille öffnet die Pforten der Hölle: Russische Soldaten, propagandistisch aufgestachelt, müssen Befehlen gehorchen. Menschen, die in Frieden leben wollen, müssen plötzlich mit Waffen für ihre Freiheit und Selbstbestimmtheit kämpfen. Friedenspolitik wird zur Abschreckungs-, Einschüchterungs- und Kriegspolitik. Milliarden für Entwicklung, Klimaschutz und Wohlstand werden für Waffen und die Bundeswehr gebraucht.

Und dann gibt es da auch diese Menschen: Es sind nur wenige. Aber sie sind auch stark: Unbewaffnet mit bloßen Händen stehen sie vor russischen Panzerfahrzeugen. Sie umarmen ihre Feinde. „Wir sind doch Brüder,“ sagen sie. Mit dem Mut der Verzweiflung geben sie ihrem unbedingten Willen zum Frieden Ausdruck. Vermutlich wird die Kriegsmaschinerie sie niederwalzen. Gott sei es geklagt. Vielleicht aber erweckt ihre Opferbereitschaft in den Herzen der Feinde, die ja doch die Brüder sind, das Gute wieder zum Leben.

Bei Kain und Abel ging es schief. Hier schlug der Bruder den Bruder tot. Glücklich ist Kain damit nicht geworden.
Jesus wurde ebenfalls Opfer von Folter und Gewalt. Er hat die Pforten der Hölle durchschritten. An seine Leidensgeschichte, seine Passion, erinnern wir in den kommenden Wochen bis Ostern. Ihm folgte kein 1000-jähriges Friedensreich. Dafür wurde sein Tod zur Quelle des Lebens für so viele, die an ihn glauben. Die gute Nachricht, dass er aus dem Tod erstanden ist, wird zum sichtbaren Zeichen, dass am Ende doch das Leben siegt.

Solidarität mit der Ukraine ist das Gebot der Stunde. Sie stärken und stark machen für den Kampf. Flüchtenden helfen. Den Zurückgebliebenen in den Bunkern, Kellern und U-Bahn- Schächten zeigen: Wir lassen Euch nicht im Stich. Hilfslieferungen und Waffenlieferungen. Eine furchtbare Allianz und doch muss gerade beides geschehen. So ist das, wenn der Wille eines Mächtigen die Welt an den Abgrund führt. Da sind Friedensgebete nötiger denn je. Und auch das Hoffen auf Wunder ist nicht schändlich.

Es wird eine Zeit kommen, da ist auch Putin Geschichte. Mögen die Menschen mit dem Willen zum Frieden, zur Solidarität mit den Schwachen und mit der Bereitschaft, für ihre Überzeugungen zu kämpfen, ihren Willen zum Guten erhalten. „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Ihr Dietrich Denker


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